Der libysche Patient

Von Samuel Acker und Suliman Ali Zway


Patienten aus einem Bürgerkrieg, die auf medizinische Versorgung hoffen. Jede Menge Staatsgeld, das überforderte, teils korrupte libysche Behörden zur Verfügung stellen. Und deutsche Krankenhäuser und Medizindienstleister, die ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Die COSMO-Recherche “Der libysche Patient” geht einem krassen Vorwurf nach: Haben deutsche Kliniken bei Patienten aus einem Kriegsgebiet bewusst zu hoch abgerechnet?

Deutschland und Libyen – zwei Länder, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Deutschland: Ein demokratischer Rechtsstaat, mit brummender Wirtschaft und laut Außenministerium dem Anspruch “für Frieden und Sicherheit” in der Welt einzutreten. Ein transparentes Land zudem, im letzten Ranking der Anti-Korruptions-Organisation “Transparency International” nur knapp an den Top Ten vorbeigeschrammt.

Libyen dagegen:  Ein Failed State, mit zwei Regierungen, die um internationale Anerkennung ringen, sowie Dutzenden bewaffnete Milizen, die um einzelne Städte kämpfen. Und laut Transparency International ist Libyen eines der korruptesten Länder der Welt. 

Tatsächlich sind diese zwei Staaten enger verbunden, als man denkt. Nicht nur weil Libyen gerade mehrere Dutzend Millionen Euro von der EU (und damit auch Deutschland) erhält, um in der Wüste und auf dem Mittelmeer Flüchtlinge vom Weg nach Europa abzuhalten. Sondern auch, weil in der libyschen Politik immer noch über ein Projekt diskutiert wird, das eigentlich sowohl tausenden libyschen Patienten als auch deutschen Krankenhäusern helfen sollte, am Ende aber vor allem Scherben hinterließ.

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